Hochschule Koblenz - Unverzichtbarer Bestandteil der Koblenzer Bildungslandschaft. Für Stadt und Region

Veröffentlicht am 30.04.2019 in Stadtverband

Anfang April konnten die Koblenzer Genossen Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, bei den traditionellen 60 Minuten SPD im Dialog begrüßen. Detlev Pilger und Ines Lindemann-Günther wollten von ihm wissen, wie es um die Hochschule aktuell bestellt ist und welche Pläne am Standort für die nächsten Jahre verfolgt werden.

Erste Botschaft: Die frühere Bauschule der 50er Jahre ist mittlerweile viel breiter aufgestellt und wächst als Hochschule für angewandte Wissenschaften. Demnächst wird ein Erweiterungsbau fertiggestellt, mit dem weitere 650 qm am Standort Koblenz-Karthause hinzukommen. Waren es im Jahr 2011 noch rund 7.000 Studierende an den drei Standorten Remagen, Höhr-Grenzhausen und Koblenz, so sind es aktuell ¬- auch durch die Ausweitung des Lehrangebots - rund 9.800 Studierende. Bosselmann-Cyran sieht bei 10.000 plus/minus 500 Studierenden die Höchstgrenze der Studierendenzahlen erreicht.

Weitere Botschaft: Der große Zulauf und das Interesse der Studierenden bedeute zwar Lob und Anerkennung für die Lehreinrichtung. Wenn aber alleine am Standort Remagen, der einst für rund 1.000 Studierende gebaut worden ist, jetzt bereits knapp 3.000 Studierende ihre akademische Ausbildung bekommen, dann seien die Kapazitäten erreicht. Man müsse bremsen - auch, um die Qualität der Lehre auf einem gleich hohen Niveau zu garantieren. Dabei teilt sich der Standort Koblenz viele Probleme mit der Stadt Koblenz: Der Individualverkehr der größtenteils aus dem Umland einpendelnden Studierenden müsse aufgefangen werden. Helfen könne hier ein schlüssiges ÖPNV-Konzept und vielleicht auch Park-and-Ride Angebote vor den Toren der Stadt. Von einem Parkhaus auf der Karthause oder vergleichbaren Konzepten hält der Präsident nicht viel - das würde die Probleme nur verlagern. Nächstes Beispiel: Preiswerter Wohnraum.

An der Hochschule in Koblenz studieren rund 8% ausländische Studierende. Sie seien kurzfristig auf preiswerten Wohnraum angewiesen. Aus dieser Not würden auch interessante Konzepte sprießen - so würden einige Studierende bei älteren Menschen einziehen und ihnen dafür bei den alltäglichen Erledigungen helfen. Hier sei zudem die Koblenzer Politik gefragt, schlüssige und dauerhafte Konzepte zu erarbeiten, was die Koblenzer Genossen gerne in Angriff nehmen werden, wie Pilger und Lindemann-Günther versicherten. Von einer Fusion von Universität und Hochschule in Koblenz hält Bosselmann-Cyran wenig. Zu unterschiedlich seien die Strukturen und Grundideen beider akademischer Institutionen.

Bei der Hochschule stehe der enge Praxisbezug auch durch Kooperationen mit mittelständischen Unternehmen im Fokus einer strikt anwendungsorientierten Forschung und Lehre. Gleichwohl existiere aber eine florierende und enge Zusammenarbeit zwischen den beiden staatlichen Bildungseinrichtungen und das werde auch in Zukunft so bleiben bzw. sei sogar noch ausbaufähig.

 
 

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